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Fastenaktion 2010

19.02.2010 Misereor stellt Klima- und Energiepolitik in den Mittelpunkt

Aachen/Münster, 19.02. 2010. Mit der Forderung nach einem bewussten Umgang mit den weltweiten Ressourcen stellte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer das Thema der aktuellen MISEREOR-Fastenaktion 2010 in Münster vor. Unter dem Leitwort "Gottes Schöpfung bewahren, damit alle leben können" wird die diesjährige Fastenaktion am 21. Februar in der Diözese Münster eröffnet. Sayer forderte einen weltweiten Einsatz gegen den Raubbau an der Natur - sowohl von den Einzelnen als auch von Seiten der Politik. "Wir brauchen ein weltweites Umdenken. Das Überleben der Menschheit steht auf dem Spiel. Wenn wir dem Klimawandel entgegenwirken wollen, muss sich unser Produktions- und Konsumstil entscheidend ändern. Der Klimawandel erhöht schon jetzt die Armut und das Elend in der Welt, dagegen müssen wir etwas tun", so Sayers Appell. Es sei wichtig, der Debatte wieder ein menschliches Antlitz zu geben. Die Ergebnisse der Kopenhagener Klimakonferenz seien katastrophal. Nun komme es darauf an, das Vertrauen zwischen Nord und Süd wieder herzustellen.

Der Bischof von Münster, Felix Genn, in dessen Diözese die MISEREOR-Fastenaktion stellvertretend für alle Diözesen Deutschlands eröffnet wird, mahnte: "Eine Umkehr und eine Neuausrichtung unseres Verhältnisses zu Gottes Schöpfung und zu Gott selbst sind vonnöten." Ein nachhaltiger Lebensstil sei nicht nur etwas für 'Ökofreaks', sondern für alle Menschen. Genn betonte, dass sich der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Münster mit bistumsweiten Aktivitäten für das Klima einsetze. "Wir streben eine Bewusstseinsänderung bei den Menschen an. Wir wollen in den Köpfen und Herzen der Menschen etwas bewegen."

Für die Länder des Südens hob Erbischof Luiz Soares Vieira aus Brasilien hervor, dass es wichtig und die Aufgabe aller sei, die für das Weltklima wichtigen Ökosysteme wie die Amazonasregion zu schützen. "Die Amazonasregion ist für die ganze Welt bedeutend. Wir müssen uns für ihren Erhalt einsetzen, es darf nicht nur der ökonomische Gewinn im Vordergrund stehen." Weite Flächen des weltweit größten Regenwaldes seien mittlerweile abgeholzt, immer mehr Gebiete müssten dem Anbau von Soja und der Viehweidezucht weichen. Dies habe fatale Auswirkungen für das weltweite Klima.

Perè Wilnés Tilus, Pfarrer und MISEREOR-Projektpartner in Haiti, bedankte sich im Namen der Haitianer für die internationale Unterstützung, die das Land in den letzten vier Wochen nach dem verheerenden Beben erhalten habe. "Das Erdbeben hat uns äußerlich und innerlich stark erschüttert", so der Haitianer. "Bis jetzt haben wir 230.000 Tote gezählt, aber noch längst sind nicht alle Leichen geborgen. Die Menschen sind traumatisiert. Fast 500.000 Menschen leben in Notunterkünften." Tilus hob jedoch auch hervor, dass nicht nur die internationale Solidarität groß sei, sondern auch die gegenseitige Unterstützung der Haitianer. So habe die Bevölkerung in den ländlichen Provinzen hunderttausende Flüchtlinge aus Port-au-Prince aufgenommen und versorgt. Es sei wichtig, diese Provinzen beim Wiederaufbau zu berücksichtigen und die gesamten Anstrengungen nicht nur auf die Hauptstadt zu konzentrieren. "Die lokale Solidarität ist bewundernswert. Die Katastrophe hat uns gezeigt: wenn wir zusammenhalten, sind wir stark. Und das gilt auch für den Klimawandel: Alle Menschen auf dieser Erde müssen zusammen etwas dagegen tun."

Der Startschuss zur bundesweiten 52. MISEREOR-Fastenaktion, an der sich mehr als 13.000 katholische Pfarrgemeinden beteiligen, fällt am kommenden Sonntag, dem 21. Februar in Münster. An den Eröffnungsveranstaltungen nehmen Politiker und Entscheidungsträger aus Deutschland, aber auch internationale Gäste aus Haiti, Mali, Brasilien und Vietnam teil.

Quelle: Misereor

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